{"id":155,"date":"2016-04-07T18:34:25","date_gmt":"2016-04-07T16:34:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/?p=155"},"modified":"2017-06-30T16:29:16","modified_gmt":"2017-06-30T14:29:16","slug":"wasserstoff-tanken-per-lohc-so-einfach-wie-benzin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/2016\/04\/wasserstoff-tanken-per-lohc-so-einfach-wie-benzin\/","title":{"rendered":"EINFACH WIE BENZIN \u2013 WASSERSTOFF TANKEN MIT LOHC"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In den entwickelten Industriegesellschaften herrscht Konsens \u00fcber die Notwendigkeit regenerativ erzeugter Energie und deren gleichm\u00e4\u00dfiger Verteilung. Dass dies m\u00f6glichst verlustfrei geschehen soll und auch m\u00f6glichst ohne industrielle Zweckkonstrukte wie Windrad, Solarfeld und Hochspannungstrasse, dar\u00fcber ist man sich weitgehend einig.<br \/>\nSo kommen wir zu der einen Frage, deren Beantwortung \u00fcber das Gelingen der Dekarbonisierung, also des Umstiegs von fossilen auf erneuerbare Energien, einem Hauptpfeiler der Energiewende, einem zentralen Mittel des Klimaschutzes entscheidet:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">WIE KANN ENERGIE IM BEN\u00d6TIGTEN UMFANG REGENERATIV ERZEUGT UND GLEICHM\u00c4SSIG UND KONSISTENT BEREITGESTELLT WERDEN?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl die heute diskutierten als auch die in Umsetzung befindlichen Konzepte liefern hierzu meist nur unbefriedigende Antworten, denn entweder sind die Transportwege zu lang, zu kostenintensiv, zu verlustbehaftet oder Kulturlandschaften m\u00fcssen in unliebsamer Weise mit Energietechnik ausgestattet werden. Dabei gilt die Energieerzeugung durch Windparks auf hoher See mit anschlie\u00dfender Verteilung des Stroms per Erdkabel ins Landesinnere als beliebter Ansatz, denn da liegt die Produktionstechnik fernab jeder Kulturlandschaft und die Leitungen sieht man nicht. Die zus\u00e4tzlichen technologiebedingten Transportverluste scheint man hierbei gerne in Kauf zu nehmen, und von den ohnehin bestehenden \u00fcberbordenden Verlusten unseres heutigen Netzsystems wissen nur wenige. F\u00fcr den Ausgleich der nat\u00fcrlichen Schwankungen bei der dargebotsabh\u00e4ngigen Energieproduktion aus Wind und Sonne scheint sich parallel dazu eine vielversprechende L\u00f6sung abzuzeichnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">REGENERATIVEN STROM EINFACH SPEICHERN<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das \u00fcberschaubare Spektrum an M\u00f6glichkeiten zur Speicherung regenerativ erzeugten Stroms bot lange Zeit keine passenden Ans\u00e4tze. Bei gro\u00dfen Batteriespeicheranlagen \u00fcberwiegen die hohen Kosten und f\u00fcr das so genannte Smartgrid fehlt auf absehbare Zeit die ausreichende Anzahl an E-Fahrzeugen, die innerhalb des &#8222;intelligenten Netzes&#8220; den Strom speichern k\u00f6nnten. Und sowohl unterirdische Druckluftspeicher als auch Pumpspeicherseen k\u00f6nnen nur begrenzte Teill\u00f6sungen sein \u2013 bedingt durch geologische Rahmenbedingungen und die stark begrenzte Speicherdichte.<br \/>\nDoch die Speicherung von Strom in Wasserstoff scheint eine umfassende L\u00f6sung darzustellen, denn Wasserstoff kann mittels elektrischer Energie \u00fcberall, einfach und sauber erzeugt werden und die Dynamik, die dieses Thema durch die LOHC-Technologie* seit einiger Zeit erf\u00e4hrt, l\u00e4sst aufhorchen. Denn jetzt gilt eines der beiden vermeintlichen Hauptprobleme des Wasserstoffs als gel\u00f6st, n\u00e4mlich die Speicherung, und das andere Problem scheint keine Rolle mehr zu spielen \u2013 der geringe Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Wasserstoff durch Elektrolyse. Bei der medienwirksamen Einweihung einer ersten Wasserstoffspeicheranlage auf LOHC-Basis sagte die Bayerische Staatsministerin f\u00fcr Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner am 29.01.2016 in Erlangen: \u201eF\u00fcr uns ist LOHC ganz klar auch eine Zukunftstechnologie und kann, wahrscheinlich muss es auch, ein wichtiger Baustein f\u00fcr die Energiewende werden.\u201c Der Freistaat Bayern ist mit dem \u201eBavarian Hydrogen Center\u201c, in dessen Zentrum die Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg steht, F\u00f6rderer dieser Technologie.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">LOHC, DER FL\u00dcSSIGE, ORGANISCHE WASSERSTOFFTR\u00c4GER<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wasserstoff hat eine Reihe positiver Eigenschaften. Verbrennt man ihn beispielsweise, entsteht kein Abgas, sondern Wasser. Und nein, Wasserstoff ist nicht radioaktiv. Bis heute gilt jedoch die Speicherung des unter normalen Bedingungen gasf\u00f6rmigen Stoffs als problematisch, denn die hierzu notwendige Komprimierung des Gases auf 700 bar oder entsprechend die Herabk\u00fchlung auf minus 253 Grad erfordert nach allgemeinem Kenntnisstand zus\u00e4tzlichen Energieaufwand \u2013 hier wird mit Verlusten von rund 12 Prozent gerechnet. Dar\u00fcber hinaus gelingt dessen Speicherung unter hohem Druck <del>aufgrund<\/del>\u00a0<span style=\"text-decoration: underline;\">trotz<\/span> der geringen Gr\u00f6\u00dfe des Wasserstoffatoms <del>erst in j\u00fcngerer Zeit, denn erst High-Tech-Materialien erm\u00f6glichen es, Bauteile einer Tankanlage gegen ein Austreten in Dampfform vollst\u00e4ndig abzudichten<\/del> <span style=\"text-decoration: underline;\">auch in Druckbeh\u00e4ltern, die aus handels\u00fcblichen St\u00e4hlen gefertigt sind. Die Diffusion von Wasserstoff findet dabei in einer vernachl\u00e4ssigbaren Gr\u00f6\u00dfenordnung statt<\/span>\u00a0<span style=\"color: #999999;\">(27.06.2017: Text\u00e4nderung aufgrund anderer Erkenntnisse)<\/span>.\u00a0Doch schon die Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe von Strom per Elektrolyse ist in Wissenschafts-, Ingenieurs- und Politikerkreisen eben aufgrund des geringen Wirkungsgrads von meist angenommenen 70 Prozent unbeliebt (30 Prozent der Energie gehen verloren), das hei\u00dft, sie war unbeliebt, denn seit LOHC spielt dieser Faktor, dieses Argument, das lange Zeit gegen die kommerzielle Nutzung von Wasserstoff als Energietr\u00e4ger vorgetragen wurde, vielerorts keine Rolle mehr. Die Firma Hydrogenious Technologies GmbH** aus Erlangen schreibt hierzu in der Pressemitteilung vom 01.02.2016: \u201eIm Rahmen der Einweihung wurde die LOHC Technologie zur sicheren und effizienten Wasserstoffspeicherung einem breiten Publikum aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft vorgestellt \u2013 ein Quantensprung auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">LOHC IN DER THEORIE<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gesamtsystem der regenerativen LOHC-Technologie besteht aus zwei Teilen. Ein Teil ist seit dem 19ten Jahrhundert bekannt, hei\u00dft Elektrolyse und besteht in unserem Fall in der Aufspaltung von Wasser in seine beiden gasf\u00f6rmigen Bestandteile Sauerstoff und Wasserstoff durch die Zugabe von elektrischem Strom. Der andere Teil umfasst die eigentliche Innovation der 1970er Jahre, n\u00e4mlich die Speicherung des so entstandenen Wasserstoffgases in einer Fl\u00fcssigkeit und deren reversible Nutzung.<br \/>\nHierzu wird eine geeignete Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit im Prozess der so genannten LOHC-Hydrierung mit Wasserstoff \u201ebeladen\u201c. Die Wasserstoffmolek\u00fcle werden hierbei in entsprechenden Reaktoren chemisch an das fl\u00fcssige Tr\u00e4germaterial gebunden \u2013 mittels katalytischer Reaktion bei 50 bar Druck, wobei rund 150\u00b0C nutzbare Abw\u00e4rme entsteht. Ist das LOHC beladen, kann es als Kraftstoff z. B. f\u00fcr Brennstoffzellen genutzt werden, durch die bei Bedarf \u00fcber die so genannte R\u00fcckverstromung Elektrizit\u00e4t gewonnen wird. Der Wirkungsgrad vom Moment der Abf\u00fchrung der elektrischen Energie aus dem Stromnetz \u00fcber die Elektrolyse, die Hydrierung, die Speicherung, die Dehydrierung bis zur Endnutzung beispielsweise im PKW soll laut der Hydrogenious Technologies GmbH aktuell bei 26 bis 28 Prozent und k\u00fcnftig bei bestenfalls 43 Prozent liegen. Hydrogenious wirbt damit, dass hier die herk\u00f6mmliche Energieinfrastruktur mit ihren Tankfahrzeugen, Pipelines und Tankstellen genutzt werden kann. Nachdem die mit Wasserstoff beladene Fl\u00fcssigkeit in der Brennstoffzelle in elektrischen Strom zur\u00fcckgewandelt also entladen wurde, kann die Fl\u00fcssigkeit erneut aufgeladen werden (Reversibilit\u00e4t). Letzten Endes lie\u00dfe sich mit LOHC also alles betreiben, was in der modernen Welt Energie ben\u00f6tigt, denn nicht nur Fahrzeuge sondern auch Industrieanlagen und Gro\u00dfkraftwerke zur R\u00fcckverstromung bei Wind- und Sonnenflauten k\u00f6nnen auf diese Weise versorgt werden \u2013 theoretisch .<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">LOHC IN DER PRAXIS<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das LOHC-System birgt neben dem aktuell eher unbefriedigenden Wirkungsgrad weitere Nachteile, von denen einer die Notwendigkeit sechsmal gr\u00f6\u00dferer Tanks bei gleicher Reichweite unserer heutigen Fahrzeuge darstellen w\u00fcrde, doch das auch nur bei Erf\u00fcllung des langfristigen Entwicklungsziels der Hydrogenious GmbH. So w\u00e4ren in entsprechenden PKWs heute Tanks erforderlich, die rund 25 Mal so gro\u00df w\u00e4ren wie \u00fcblich, was daran liegt, dass der Energiegehalt von LOHC um ein vielfaches geringer ist als der von Diesel oder Benzin. In der \u00d6ffentlichkeit kursiert dabei die Information \u00fcber lediglich doppelt so gro\u00dfe Tanks, wobei b\u00f6se Zungen behaupten, dies l\u00e4ge an der Nichtbeherrschung der Grundrechenarten. Mit den deutlich zu gro\u00dfen Tanks sind wir jedoch noch nicht am eigentlichen Problem. Das eigentliche Problem ist, LOHC soll nun doch nicht in die Autos getankt werden, denn laut Auskunft von Hydrogenious Technologies ist dies technisch noch nicht umsetzbar. Es sollen lediglich die Tankstellen mit LOHC beliefert werden. An den Tankstellen soll das LOHC schlie\u00dflich dehydriert und der so freiwerdende gasf\u00f6rmige Wasserstoff in die Fahrzeuge verbracht werden. Daniel Teichmann, Gr\u00fcnder und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Hydrogenious zur Bayerischen Staatszeitung (17.10.2014): \u201eEin gro\u00dfer Vorteil von LOHC ist, dass kein Gas zum Einsatz kommt und es darum v\u00f6llig ungef\u00e4hrlich ist.\u201c Nun doch Gas? Ja. \u201eAn der Tankstelle wird sie (die beladene Fl\u00fcssigkeit; Anm. d. Autors) dehydriert und der Wasserstoff unter Druck ins Auto getankt.\u201c, wie Hydrogenious am 29.03.2016 per E-Mail zu verstehen gab.\u201c Wenn man bedenkt, dass sowohl der Energieaufwand f\u00fcr das Unter-Druck-Setzen, also die Komprimierung des Gases zur Speicherung, als auch das Fehlen der technischen M\u00f6glichkeiten zur Aufbewahrung unter entsprechenden Dr\u00fccken sowie die oft kolportierte Gef\u00e4hrlichkeit gasf\u00f6rmigen Wasserstoffs einst der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Entwicklung von LOHC war, muss hier die Frage \u00fcber die Sinnhaftigkeit dieser Technologie gestellt werden, die wohl auf Basis des nun folgenden Sachverhalts vollst\u00e4ndig beantwortet werden kann.<br \/>\nBei der Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit handelt es sich um Dibenzyltoluol, um einen fl\u00fcssigen organischen Kohlenwasserstoff, um ein Produkt der Mineral\u00f6lindustrie. Auch Benzin ist ein Kohlenwasserstoff. Auf der Internetseite der Hydrogenious Technologies GmbH steht zu Dibenzyltoluol aktuell: \u201eNicht toxisch und nicht als Gefahrgut klassifiziert.\u201c Doch bedauerlicherweise steht dies im Widerspruch zu anderen Ver\u00f6ffentlichungen wie beispielsweise einer vom Umweltbundesamt. Laut diesem wird Dibenzyltoluol auf der Liste der problematischen Stoffe aufgef\u00fchrt und laut EU-Gefahrstoffkennzeichnung ist Dibenzyltoluol unter folgenden Gesichtspunkten umweltgef\u00e4hrlich: R 50 \u2013 Sehr giftig f\u00fcr Wasserorganismen. R 53 \u2013 Kann in Gew\u00e4ssern l\u00e4ngerfristig sch\u00e4dliche Wirkungen haben. S 24 \u2013 Ber\u00fchrung mit der Haut vermeiden. Und die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272\/2008 (CLP) warnt gar wie folgt: P405 \u2013 Unter Verschluss aufbewahren. P273 \u2013 Freisetzung in die Umwelt vermeiden. P301 \u2013 Bei Verschlucken: P310 \u2013 Sofort Giftinformationszentrum, Arzt oder \u2026 anrufen. P330 \u2013 Mund aussp\u00fclen. P331 \u2013 Kein Erbrechen herbeif\u00fchren. H304 \u2013 Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege t\u00f6dlich sein. H413 \u2013 Kann f\u00fcr Wasserorganismen sch\u00e4dlich sein, mit langfristiger Wirkung. Und bei der Alternative zum Dibenzyltoluol, beim N-Ethylcarbazol als Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeit zur Wasserstoffspeicherung innerhalb der LOHC-Technologie verh\u00e4lt es sich leider \u00e4hnlich.<br \/>\nBedenkt man jetzt, dass allein in Deutschland im Stra\u00dfenverkehr j\u00e4hrlich rund 60 Milliarden Liter Benzin und Diesel verbraucht werden, kann unter Ber\u00fccksichtigung des Er\u00f6rterten mit einer einfachen Rechnung ermittelt werden, auf welchen enormen Mengen giftiger Substanzen das LOHC-Konzept aufbaut. Allein f\u00fcr den Energiebedarf des deutschen Stra\u00dfenverkehrs m\u00fcssten heute 1,5 Billionen Liter der Umweltgifte Dibenzyltoluol und\/ oder N-Ethylcarbazol produziert werden und kursieren. Dies lediglich zur Veranschaulichung einer Vergleichsgr\u00f6\u00dfe, wobei der Stra\u00dfenverkehr nur rund ein Viertel des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht.<br \/>\nDamit wird klar, dass per LOHC der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, also Benzin und Diesel durch Dibenzyltoluol und N-Ethylcarbazol\u00a0ersetzt werden soll. Auch wird klar, wie es dazu kommen kann, dass ein derartig schlechtes Konzept aktuell derart gehypt wird und die entsprechende Firma Hydrogenious Technologies GmbH 2014 im Handumdrehen mit dem begehrten Bayerischen Gr\u00fcnderpreis ausgestattet wurde: es liegen wirtschaftliche Interessen im Hintergrund \u2013 die Interessen der zu den m\u00e4chtigsten Wirtschaftszweigen der Welt z\u00e4hlenden Mineral\u00f6l- und Chemieindustrien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff.jpg\" rel=\"attachment wp-att-157\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-157 size-large alignnone\" src=\"https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-1024x568.jpg\" alt=\"enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff\" width=\"474\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-1024x568.jpg 1024w, https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-300x166.jpg 300w, https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-768x426.jpg 768w, https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-672x372.jpg 672w, https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff-1038x576.jpg 1038w, https:\/\/www.energienovum.de\/enxpress\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/enXpress_Diagramm-20160407-01_LOHC-Massen-Giftstoff.jpg 1557w\" sizes=\"auto, (max-width: 474px) 100vw, 474px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">FAZIT<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl man lange Zeit damit warb, ist man seitens der Verantwortlichen von der Idee abgekommen, LOHC wie Benzin in Fahrzeuge tanken zu wollen \u2013 wohl aufgrund der 25 mal gr\u00f6\u00dferen Tanks, die hierzu derzeit n\u00f6tig w\u00e4ren. Das Speicherproblem, von dem alle Welt spricht, ist dennoch l\u00f6sbar, wenngleich nicht auf Basis von LOHC. Reiner, gasf\u00f6rmiger Wasserstoff ohne Chemikalien gen\u00fcgt.<br \/>\nDie entsprechenden Technologien existieren, was leicht recherchiert werden kann, und sie machen Wasserstoff sicherer als Benzin, auch wenn das gerne anders dargestellt und die Angst vorm Wasserstoff aus verschiedenen Interessen heraus immer wieder gesch\u00fcrt wird. Die Speicherung von Wasserstoff unter den notwendigen Dr\u00fccken stellt <del>mit entsprechenden High-Tech-Materialien<\/del> heute kein Problem <del>mehr<\/del> dar <span style=\"color: #999999;\">(27.06.2017: Text\u00e4nderung aufgrund anderer Erkenntnisse)<\/span>. Selbst das tragende Argument seitens der LOHC-Bef\u00fcrworter gegen reinen Wasserstoff, n\u00e4mlich der angenommen hohe Zusatzaufwand f\u00fcr die Komprimierung des Gases zur Speicherung gilt nicht mehr, zumal die Komprimierung gasf\u00f6rmigen Wasserstoffs und dessen Betankung mittlerweile zu Bestandteilen des LOHC-Konzepts avanciert sind. Seit einiger Zeit finden zur Komprimierung und Speicherung von gasf\u00f6rmigem Wasserstoff zudem Entwicklungen statt, die die Druckspeicherung ohne zus\u00e4tzlichen Energieaufwand erm\u00f6glichen.<br \/>\nIm Jahr 2011 wurde hierzu von einem Energienovum-Mitglied ein Konzept entwickelt, das <del>mittlerweile patentiert ist<\/del> <span style=\"text-decoration: underline;\">zwischenzeitlich zum Patent angemeldet wurde<\/span><span style=\"color: #999999;\"> (27.06.2017: Text\u00e4nderung aufgrund anderer Erkenntnisse)<\/span>. 2014 wurde bei einem entsprechenden Versuch mit dem Ziel von 100 bar ein Speicherdruck von 175 bar erzielt \u2013 mit einfachen technischen Mitteln und, wie erw\u00e4hnt, ohne zus\u00e4tzlichen Energieaufwand. Verst\u00e4ndlich ist, dass es f\u00fcr die Vielzahl an f\u00e4higen Leuten, die sich f\u00fcr LOHC engagieren, nur schwer zu akzeptieren ist, dass sich die technischen Rahmenbedingungen in den letzten Jahren gegen LOHC wandten. Die Zeichen stehen nun auf reinen Wasserstoff.<br \/>\nIn einer Zeit des gesellschaftlichen und infrastrukturellen \u00dcbergangs kann reiner Wasserstoff unter Zugabe \u00fcbersch\u00fcssigen Kohlendioxids sogar zu Methan gewandelt und bereits heute \u00fcberall genutzt werden, was beispielsweise Audi mit seiner <a href=\"http:\/\/www.powertogas.info\/power-to-gas\/pilotprojekte-im-ueberblick\/audi-e-gas-projekt\/\">Power-to-Gas-Gro\u00dfanlage in Werlte<\/a> im Emsland eindrucksvoll unter Beweis stellt. Nur stellt sich die Frage, warum dabei seit L\u00e4ngerem kein Fortschritt mehr bei der Implementierung in die deutsche Energiewende zu beobachten ist. Liegt es am schlechten Wirkungsgrad von Power-to-Gas oder am mangelnden Interesse der bisherigen Platzhirsche im Energiesektor, denen am Fortbestand der alten Regeln gelegen ist? Am Wirkungsgrad liegt es schon mal nicht, denn der ist besser als beim LOHC.<br \/>\nAuch das eigentliche <a href=\"http:\/\/www.h2-energiekonzept.de\">H2-Energiekonzept<\/a> zeigt f\u00fcr ganz Europa auf, mit welcher, deutlich \u00fcber den Werten von LOHC liegenden Effizienz reiner, gasf\u00f6rmiger Wasserstoff heute und morgen genutzt werden kann \u2013 frei von Erd\u00f6lprodukten, frei von Chemikalien f\u00fcr Tr\u00e4gerfl\u00fcssigkeiten und Batterien. Konzepte wie das <a href=\"http:\/\/www.h2-energiekonzept.de\">H2EK<\/a> bieten nebenbei die einmalige Gelegenheit, uns vom veralteten und verlustreichen Netzsystem der Strom\u00fcbertragung sukzessive abzukoppeln, denn sie bauen nicht darauf auf und ben\u00f6tigen es auch nicht, w\u00e4hrend es beim LOHC-Konzept Bestandteil ist.<br \/>\nIlse Aigner tat gut daran, sich mit ihren Formulierungen w\u00e4hrend der weiter oben erw\u00e4hnten Einweihung der LOHC-Anlage ein Hintert\u00fcrchen offen zu halten, denn LOHC ist weder eine neue Alternative, noch ein neuer Zauberspritt, sondern leider ein neuer Irrweg, der den reinen und hochpotenten Wasserstoff einmal mehr in schlechtes Licht r\u00fccken k\u00f6nnte. Wir w\u00fcrden uns w\u00fcnschen, dass jene, die mit Flei\u00df und Herzblut an der Erarbeitung und der Verwirklichung des LOHC-Konzepts beteiligt sind, die Gr\u00f6\u00dfe besitzen, dieser Technologie ohne rechte Zukunft rechtzeitig den R\u00fccken zu kehren.<br \/>\nEs gibt ein weites Spektrum an Konzepten, die dem sauberen und hochpotenten Energietr\u00e4ger Wasserstoff in einer Form den Weg ebnen k\u00f6nnen, die dem Endverbraucher bereits mittelfristig kaum mehr Kosten verursacht, w\u00e4hrend bei LOHC heute von Kosten von unter 5,- Euro pro Liter gesprochen wird.<br \/>\nVor den falschen wirtschafts- und energiepolitischen Entscheidungen warnen wir deshalb eindringlich, denn sie werden sich \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg erheblich auf unsere Lebensqualit\u00e4t auswirken \u2013 sowohl finanziell als auch was Klima und Umwelt anbelangt. LOHC eignet sich bestenfalls daf\u00fcr, damit \u00d6ffentlichkeitsarbeit f\u00fcr Wasserstoff als Energietr\u00e4ger zu betreiben, und daf\u00fcr, f\u00fcr einen kurzen Zeitraum in eng umgrenztem Rahmen eine \u00dcbergangstechnologie darzustellen, und vielleicht sogar daf\u00fcr, um Konzerne wie <a href=\"http:\/\/de.areva.com\/DE\/areva-deutschland-2209\/lohc.html\">Areva mit dem Medium Wasserstoff vertraut<\/a> zu machen und von der Kernenergie abzubringen. Doch sowohl f\u00fcr Mensch und Umwelt als auch f\u00fcr die freie Entfaltung der Wasserstoffgesellschaft ist LOHC in der Form, wie es heute vorliegt, Gift.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>* Als fl\u00fcssige organische Wasserstofftr\u00e4ger (englisch: liquid organic hydrogen carriers, LOHC) werden organische Verbindungen bezeichnet, die Wasserstoff durch chemische Reaktion aufnehmen und wieder abgeben k\u00f6nnen. LOHCs k\u00f6nnen daher als Speichermedien f\u00fcr Wasserstoff verwendet werden. (Quelle: Wikipedia)<\/em><br \/>\n<em>** Hydrogenious Technologies wurde im Jahr 2013 als Spin-off der Friedrich-Alexander-Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg von CEO Dr. Daniel Teichmann und drei Mitgr\u00fcndern Prof. Wolfgang Arlt, Prof. Peter Wasserscheid und Prof. Eberhard Schl\u00fccker gegr\u00fcndet.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Nur durch sie kann der Leser davon ausgehen, dass die Wissensbildung nicht im Sinne gro\u00dfer Geldgeber manipuliert wird: durch unabh\u00e4ngige Berichterstattung. Nur durch sie kann der Wille der Menschen ihrem Wohle dienen, denn nur der richtig informierte B\u00fcrger kann die richtigen Entscheidungen treffen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Unabh\u00e4ngige Berichterstattung kann nur von dem\u00a0am Leben erhalten werden, dem sie dienlich ist: Vom B\u00fcrger, von Ihnen. Bitte spenden Sie\u00a0<a href=\"https:\/\/www.energienovum.de\/spenden.html\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir bem\u00fchen uns, Ihnen ein zutreffendes Abbild der Realit\u00e4t zu vermitteln, doch sind wir nicht perfekt. Sollten Ihnen Fehler auffallen, so bitten wir Sie, uns diese mitzuteilen. Vielen Dank.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den entwickelten Industriegesellschaften herrscht Konsens \u00fcber die Notwendigkeit regenerativ erzeugter Energie und deren gleichm\u00e4\u00dfiger Verteilung. Dass dies m\u00f6glichst verlustfrei geschehen soll und auch m\u00f6glichst ohne industrielle Zweckkonstrukte wie Windrad, Solarfeld und Hochspannungstrasse, dar\u00fcber ist man sich weitgehend einig. 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